Malerinnen und Maler wollen mehr Teilzeit arbeiten

Wandel im Malerberuf fordert neue Arbeitsmodelle

In der Zentralschweiz gibt es so viele Malerinnen wie fast nirgendwo in der Schweiz. In den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden liegt der Anteil bei rund 70 Prozent. Immer wichtiger ist es deshalb, dass die Branche ihr Arbeitsmodell anpasst und Teilzeitstellen anbietet. 

Es ist vor allem das Arbeiten mit Farben, Malen von Wänden und das Kreativ sein, welches viele Frauen für den Malerberuf begeistern. Oft steigen Malerinnen mit etwa 30 Jahren aber aus dem Beruf aus weil der Familienwunsch aufkommt.

Wiedereinstieg von Malern schwierig

Bis vor ein paar Jahren war der Wiedereinstieg praktisch unmöglich, weil es keine Teilzeitangebote gab. Die Malerbetriebe erleben derzeit aber einen Wandel und übernehmen vermehrt andere Arbeitsmodelle. So auch die Maler Stutz AG aus Luzern, sie hat einer Malerin den Wiedereinstieg mit einem 40 Prozent Pensum ermöglicht. "Anfangs haben wir uns gegen die Teilzeitarbeit gesträubt. Mit der Zeit mussten wir aber einsehen, dass dieses Modell durchaus Sinn macht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter üben ihre Aufgaben zum Teil viel motivierter aus", sagt der Geschäftsinhaber Walter Wesseling. Ausserdem sei der Malerberuf nicht so innovativ, so dass Maler auch nach ein paar Jahren Pause problemlos wieder einsteigen können.

Mehr Teilzeitmodelle gefordert

Eine Umfrage vom Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmerverband SMGV zeigt, dass sich viele Malerinnen und Maler mehr Teilzeitarbeit wünschen. Von den rund 800 Arbeitnehmern, die an der Umfrage teilgenommen haben, halten es 70 Prozent für wichtig, dass Unternehmen im Maler- und Gipsergewerbe mehr Teilzeitstellen anbieten. Die häufigsten Gründe dafür sind Familie, Gesundheit, Weiterbildung und Freizeit.

Malerbranche reagiert

Der SMGV erarbeitet nun gezielt mit den Arbeitgebern Projekte, wie sie die Teilzeitarbeit in ihrem Betrieb umsetzen können. Das Büro für Arbeitsorganisation hilft kleinen bis grossen Unternehmen die Teilzeitarbeit einzuführen. Nebst den Frauen fragen auch immer mehr Männer nach Teilzeitstellen. Dies hat laut dem SMGV mit dem gesellschaftlichen Wandel zu tun, da viele Männer auch an der Kindererziehung teilhaben möchten.

Im Malerberuf wünschen sich viele mehr Teilzeitarbeit. In der Zentralschweiz liegt der Frauenanteil in der Malerbranche bei knapp 67 Prozent.

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