Göscheneralp: Der Verschüttete erzählt

Rund eineinhalb Stunden hat er in der Lawine ums Überleben gekämpft

Es ist vermutlich eines der schlimmsten Gefühle, das ein Mensch erleben kann. Lebendig vom Schnee begraben werden. Vor gerade Mal 48 Stunden wurde Karl Mattli auf der Göscheneralp beim Schnee räumen von einer Lawine erfasst. Nun erzählt er, wie er die Situation er- und überlebt hat.

Am Dienstagnachmittag, 9. April, hat eine Schneelawine auf der Göscheneralp Karl Mattli erfasst. Mattli überlebte wie durch ein Wunder. Nach rund eineinhalb Stunden konnte der Verschüttete von der Lawinen-Hündin Nora gefunden und von Helfern mittelschwer verletzt aus der Lawine gerettet werden.

Noch am Dienstag konnte Mattli das Spital wieder verlassen. Gebrochen hat er sich nichts. Und nur ein Tag darauf arbeitete er bereits wieder.

"Ist es das jetzt gewesen?"

Überlebt habe Mattli die Situation dank einem Luftloch, welches er in den Schnee gemacht hat. "Die erste halbe Stunde war noch relativ gut. Aber danach wurden die Kleider nass und es ist kalt geworden. Die Gedanken sind langsam aber sicher heruntergefahren", so Mattli im Interview mit Tele 1 und Radio Pilatus.

"Ist es das jetzt gewesen?", habe er sich gefragt. Besonders beschäftigt habe ihn, dass er sich nicht einmal von seiner Familie verabschieden konnte. Schlafen sei in den Nächten nach dem Vorfall noch etwas schwierig gewesen. Das Leben schätze und geniesse man nach einer solchen Erfahrung aber wieder mehr.

Karl Mattli wurde am Dienstagnachmittag auf der Göscheneralp von einer Lawine erfasst. Der Verschüttete konnte nach eineinhalb Stunden aus der Lawine gerettet werden.

Audiofiles

  1. Göscheneralp: Karl Mattli erzählt. Audio: Selina Linder

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