Bund untersucht Ursache für schlechte Spermien

In einem Pilotprojekt soll es Schadstoffmessungen geben.

Die Spermien junger Männer in der Schweiz sind nicht in Höchstform.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will mit einem Pilotprojekt herausfinden, ob Schadstoffe für die schlechte Spermienqualität der Schweizer Männer verantwortlich sind. Eine Studie hatte zuvor aufgezeigt, dass sich die schlechte Qualität negativ auf die Zeugungsfähigkeit auswirken könnte. 

«Das BAG plant ein Pilotprojekt zum sogenannten Humanbiomonitoring», bestätigte die Behörde Aussagen ihres Sprechers Daniel Dauwalder im «SonntagsBlick». Dabei soll untersucht werden, ob und in welchem Umfang die Bevölkerung mit Schadstoffen belastet ist, um allenfalls Massnahmen im Gesundheitsbereich zu treffen und Stoffe einzuschränken.

Die Spermienqualität wird unter anderem auch durch den eigenen Lebenswandel sowie Umwelteinflüsse beeinflusst, denen man in der Regel unbewusst und unfreiwillig ausgesetzt ist. Darüber gibt es aber relativ wenig Erkenntnisse. Das Bundesamt möchte deshalb herausfinden, was die Chemikalien, mit denen wir täglich in Berührung kommen, in unserem Körper bewirken. Abhängig von der Konzentration von Schadstoffen und spezifischen Eigenschaften können negative Auswirkungen auf das Nerven-, Immun- und Hormonsystem auftreten, also auch die Fruchtbarkeit negativ beeinflusst oder die Entwicklung von Föten beeinträchtigt werden. 

Start im Herbst

Das Untersuchungsprojekt startet im Herbst mit tausend Menschen aus der Deutschschweiz und der Romandie. Im Zeitraum eines Jahres sollen sie für eine einmalige Gesundheitsuntersuchung ein Studienzentrum aufsuchen, dort Blut- und Urinproben abgeben und Fragen zu ihrer Gesundheit und ihrem Lebensumfeld beantworten: Falls die Pilotphase positive Resultate zeige, könne die Studie bis auf 100'000 Teilnehmende ausgeweitet werden.

Quelle: sda

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