Wer kein Generikum will, soll selber bezahlen

Bundesrat will Gesundheitskosten mit umstrittener Massnahme senken

Wer statt eines vorhandenen Generikums lieber das Originalmedikament will, soll künftig selbst bezahlen müssen. (Symbolbild)

Wer lieber ein teures Original-Medikament statt einem günstigeren Generikum will, der soll künftig selbst dafür bezahlen. Das schlägt der Bundesrat vor, wie der Tagesanzeiger berichtet. Konkret soll ein neues Preissystem eingeführt werden, mit welchem die Krankenkassen die Kosten für die Medikamente abrechnen. 

In der Schweiz kosten Originialmedikamente teilweise bis zu dreimal so viel wie Generika. Dennoch müssen die Patienten jeweils nur einen geringen Selbstbehalt übernehmen. Den Rest bezahlen die Krankenkassen, was teils hohe Gesundheitskosten zur Folge hat. Der Bundesrat will derzeit gezielt gegen diese hohen Gesundheitskosten in der Schweiz vorgehen und hat nun die Kostenunterschiede zwischen Originalmedikamenten und Generika ins Auge gefasst, wie der Tagesanzeiger berichtet.

Konkret will der Bundesrat ein neues Referenzpreissystem einführen. Damit werden die Krankenkassen künftig nur noch den Durchschnittspreis der drei günstigsten Produkte mit dem jeweilig gleichen Wirkstoff bezahlen. Wer also das teurere Original trotzdem will, muss die Differenz aus der eigenen Tasche berappen. Damit sollen die Patienten von sich aus vermehrt nach Generika fragen und auf Originale verzichten.

Wiederstand von verschiedene Seiten

Der noch nicht endgültige Vorschlag des Bundesrates sorgt jedoch bereits für Kritik. Die Ärzte fordern, dass der Bundesrat nicht eine Pflicht daraus macht. Denn bei einer bestehenden Therapie von Originalmedikament zum Generikum zu wechseln stelle ein Sicherheitsrisiko für den Patienten dar, da beträchtliche Unterschiede bei der sogenannten Bioverfügbarkeit bestehen können. Das bedeutet, Original und Generikum können vom Körper zum Teil unterschiedlich schnell und stark aufgenommen werden.

Bedenken gibt es aber auch von Seiten der Krankenkassen. Zwar könnten sie mit dieser Anpassung im Preissystem teils hohe Kosten einsparen. Jedoch sollte zuerst ein anderer Systemfehler angegangen werden, sagen die Krankenkassen gegenüber dem Tagesanzeiger. Nämlich jenes, dass Spitäler, Ärzte und Apotheken an teureren Medikament auch selbst mehr verdienen. Diese müssten für alle Medikamente für eine Behandlung, egal ob Original oder Generikum, gleich viel bekommen.

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