Pfingsten - hier staut es am Wochenende

Bereits am Freitag wird es am Gotthard eng

Staukarte Pfingsten 2019

Nach den Feiertagen an Ostern und Auffahrt ist die Schweiz nun definitiv Reisestau erprobt. Was allerdings nicht heisst, dass es an Pfingsten flüssiger läuft auf dem Schweizer Strassennetz. Besonders Kurzurlauber und Ausflügler könnten am verlängerten Pfingstwochenende die Nord-Süd-Achsen verstopfen.

Wer sich den Freitag freischaufeln konnte, wird keine Zeit verlieren und schon am Freitagmorgen losfahren wollen. Den ersten Stau vor dem Gotthard-Nordportal erwartet Viasuisse ab 10.00 Uhr – den High-Peak dann zwischen 13.00 Uhr und 20.00 Uhr. In dieser Zeit, von Nachmittag bis Abend, dürften die Warteschlangen auf 8 bis 10 Kilometer heranwachsen. Danach sollte sich der Stau verringern, es muss aber damit gerechnet werden, dass die Fahrt durch die Nacht nicht staufrei verläuft.

Geduld auch am Samstag gefragt

Am Samstag wir die Geduld der Verkehrsteilnehmenden dann ein weiteres Mal auf die Probe gestellt: Entweder hat sich der Stau vom Freitag hartnäckig bis in den Samstag gehalten – oder er beginnt sich spätestens ab 6.00 Uhr früh zu formieren. Reisende, die dann vor dem Gotthard-Nordportal in Göschenen stehen, brauchen bis 14.00 Uhr besonders starke Nerven. Die Prognosen sehen für diesen Zeitabschnitt nämlich 12 bis 15 Kilometer Stau vor, was einer Wartezeit von bis zu zweieinhalb Stunden entspricht. Spätestens um 19.00 Uhr sollte die Fahrt Richtung Süden dann wieder flüssig verlaufen.

Intensiver Rückreiseverkehr am Pfingstmontag

Schon am Pfingstsonntag könnten die Ersten die Heimreise antreten. Ab 14.00 Uhr bis ungefähr 21.00 Uhr rechnet Viasuisse allerdings nur mit kürzeren Staus. Die grosse Rückreisewelle wird dann nämlich an Pfingstmontag erwartet: Ab 11.00 Uhr dürfte die Warteschlange vor dem Gotthard-Südportal in Airolo zu wachsen beginnen und zwischen 13.00 Uhr und 21.00 Uhr ihren Höhepunkt erreichen: 5 bis 7 Kilometer Stau, was bis eineinhalb Stunden warten bedeutet. Danach sollte sich dieser langsam wieder auflösen, so dass man bis spätestens gegen Mitternacht wieder flüssig durch den Gotthardtunnel kommt.

Weitere Welle am Dienstag

Für Dienstag ist eine weitere Reisewelle prognostiziert. Ebenso wie am Sonntag könnte diese ab 11.00 Uhr zu wachsen beginnen, allerdings bereits vor 21.00 Uhr wieder abklingen. Mehr als 6 Kilometer Stau werden in dieser Zeitspanne nicht erwartet.

Stauentwicklung Statistik Richtung Süden

Wann kommt man möglichst staufrei vorwärts?

Bei der Hinreise lohnt es sich, früh loszufahren! Am Freitagmorgen sollte der Stau vor 10 Uhr nämlich nicht mehr als 2 Kilometer betragen, beim Gotthard-Nordportal in Göschenen. Weiter empfiehlt sich die Fahrt durch die Nacht, von Freitag auf Samstag. Oder man startet am Samstag in der Morgendämmerung: Bis 5.00 Uhr sollte der Stau nicht mehr als 4 Kilometer messen.

Rückreise am späten Montagabend ideal

Bei der Rückreise ist es nicht ratsam, am Nachmittag von Pfingstmontag oder Dienstag unterwegs zu sein. Am besten wählt man den späten Montagabend für die Rückreise – oder die Nacht von Montag auf Dienstag.

Bequem mit SBB-Extrazügen unterwegs

Wer sich dem Stau und Stress auf der Strasse ganz entziehen will, der weicht auf den Schienenverkehr aus: Über Pfingsten verstärkt die SBB ihr Angebot mit 31 Zusatzzügen. Zudem werden diverse Regelzüge mit zusätzlichen Wagen oder Zugseinheiten verstärkt. Somit stehen an Pfingsten insgesamt 47'000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung, für die Reise ins Tessin und Wallis bzw. wieder retour. Die SBB empfiehlt, Sitzplätze zu reservieren. Detaillierte Informationen gibt es unter www.sbb.ch/entspannt-reisen. Ein wichtiger Hinweis zudem zur Bahnstrecke zwischen Zug und Arth-Goldau: Diese wird ab dem 9. Juni wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Deshalb ändert sich der Fahrplan auf der Nord-Süd-Achse teilweise stark. Reisende müssen mit angepassten Fahrzeiten und Gleisänderungen rechnen und damit, dass sich die Reisezeit verlängert. Der Online-Fahrplan ist unter www.sbb.ch/fahrplan abrufbar.

Warum immer durch den Gotthardtunnel?

Eine berechtigte Frage. Die A2 via Gotthardtunnel ist nämlich nicht die einzige Möglichkeit, um in den Süden zu gelangen. Misst der Stau vor dem Gotthard bereits 6 Kilometer, was einer Stunde Wartezeit entspricht, lohnt sich eine Alternativroute durchaus. Reisende aus Basel, Zürich und der Ostschweiz können über die A13 via San Bernardino ausweichen, obwohl auch hier mit Stau zu rechnen ist. Besonders anfällig für Stau in Richtung Süden ist der Abschnitt zwischen Chur und Rothenbrunnen - in Richtung Norden ist es die Strecke zwischen Bellinzona und dem San Bernardino-Tunnel, sowie der Bereich in Höhe Rothenbrunnen. Passiert ein Unfall oder ein Fahrzeug mit Panne blockiert die A13, wird diese häufig kurzfristig gesperrt. Pfingsten ist dieses Jahr Anfang Juni und somit relativ spät. Somit können die Alpenpässe teilweise wieder als Alternative genutzt werden.

Via Simplon oder Grossen St. Bernhard

Zudem können Reisende aus Bern und dem Mittelland ihr Fahrzeug durch den Lötschberg- und anschliessend den Simplontunnel verladen lassen. Oder sie fahren über die Simplon-Passstrasse. Wer aus der Westschweiz nach Italien reisen will, fährt am besten durch den Grossen St. Bernhard-Tunnel. Im Gegensatz zum Gotthardtunnel ist dieser jedoch kostenpflichtig.

Kommentieren

comments powered by Disqus