Frauen werben landesweit für Gleichberechtigung

Am heutigen Freitag findet in der Schweiz der Frauenstreik statt

Heute ist der zweite nationale Frauenstreik der Schweiz. Der Kampftag für die Gleichstellung der Geschlechter ist dezentral organisiert und geht an vielen Orten mit diversen Aktionen über die Bühne. Seit Mitternacht gab es bereits erste Veranstaltungen.

Landauf landab hatten sich in den vergangenen Tagen und Wochen zahlreiche Frauen auf den zweiten nationalen Frauentag nach 1991 vorbereitet. Sie mobilisierten ihre Kräfte und malten Plakate sowie Transparente. Im Gegensatz zum ersten Streik vor 28 Jahren wird der Frauenstreik am 14. Juni diesmal von regionalen Kollektiven und nicht zentral von den Gewerkschaften angeführt. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat daher diesmal auch keinen richtigen Überblick, was am Freitag alles passieren wird. 

Streiktag landesweit voll im Gang

In der Nacht auf Freitag gab es bereits erste Aktionen. So teilte die Unia in einer Medieninformation mit, als Auftakt das höchste Haus der Schweiz, den Roche-Turm in Basel, mit dem Logo des Streiktages angestrahlt zu haben. In Lausanne trafen sich in den frühen Morgenstunden zum Auftakt rund 500 Frauen, die auf die Anliegen des weiblichen Geschlechts mit Transparenten aufmerksam machten. Und auch Zeitungen zogen mit besonderen Aktionen mit. So erschien etwa der "Bote der Urschweiz" am heutigen Freitag als "Botin der Urschweiz".

Um 11 Uhr soll kurz nichts mehr gehen

Die landesweiten Arbeitsniederlegungen sind für Freitagmorgen um 11 Uhr geplant. Auch der Nationalrat will dann seine Session für diese Streikpause von einer Viertelstunde unterbrechen, um seine Solidarität zu bekunden. Um genau 15.24 Uhr soll dann die letzte Frau, die nicht ohnehin schon streikte, ihren Arbeitsplatz verlassen haben. Gemäss Statistik arbeitet sie ab diesem Zeitpunkt gratis, weil sie laut den Gewerkschaften bis zu 20 Prozent weniger verdiene als ihre männlichen Kollegen.

Frauen stehen für Männer ein

Dennoch gibt es auch Frauen, die Gleichstellung auf andere Art und Weise verfolgen, nämlich indem man mehr Rechte für die Männer schafft. Denn in Bereichen wie Vaterschaftsurlaub, Militärdienst und Pensionsalter sind sie gesetzlich den Frauen gegenüber benachteiligt. So zum Beispiel haben Frauen einen Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen, während Männer nach der Geburt eines Kindes bis zu zwei Tagen frei bekommen. 

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