Junger Luchs im Kanton Luzern ausgewildert

Nun muss sich das verwaiste Männchen auf freier Wildbahn beweisen

Das Jungtier balanciert über die Planken durch das Gehege. Mit dem Zug am präparierten Beutetier hat der Luchs selbst die Kastenfalle und seinen Fang ausgelöst. In der Tierarztpraxis des Tierparks Goldau wird dem narkotisierten Tier das Senderhalsband angepasst. Das noch narkotisierte Tier wird in Goldau in die Transportkiste verladen und für den Transport zum Auswilderungsort bereitgemacht. In der Transportkiste wird der Jungluchs die letzten Meter zum Auswilderungsort getragen. Der letzte Blick aus der Gefangenschaft; unmittelbar vor der Wiederauswilderung im Raum Malters.

Im Kanton Luzern ist ein junger Luchs ausgewildert worden. Laut Mitteilung der Dienststelle Landwirtschaft und Wald ist das Jungtier vor einigen Tagen südlich von Malters freigelassen worden. Ob das Männchen auf freier Wildbahn überlebt, ist aber unsicher. 

Wie die kantonale Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) am Freitag, 21. Juni, mitteilte, ist der Jungluchs vor einigen Tagen südlich von Malters in die Freiheit entlassen worden. Das Tier war im Oktober 2018 mehrmals in Malters gesichtet worden und hatte sich schliesslich vor einem Waschkücheneingang versteckt. Dort war es von der Wildhut eingefangen worden.

Luchse seien streng geschützt, teilte die Dienststelle Lawa weiter mit. Die Fürsorge für das Jungtier gehöre deswegen zu ihren Pflichtaufgaben.

Im Tierpark Goldau überwintert

Der Luchs wurde im Tierpark Goldau untergebracht. Die Aufzucht eines in der Wildnis eingefangenen Tiers sei schwierig, teilte die Dienststelle Lawa mit. Sei sei in diesem Falle aber ohne Zwischenfälle verlaufen, so dass eine Wiederauswilderung möglich gewesen sei.

Gefahren der Auswilderung

Der Jungluchs ist in einem Alter, in dem er auch unter normalen Umständen selbständig in der freien Wildbahn überleben müsste. Eine Wiederauswilderung berge aber verschiedene Gefahren, teilte die Dienststelle Lawa mit.

Dazu gehörten territoriale Konflikte mit anderen Luchsen, fehlender Jagderfolg oder der Strassen- und Schienenverkehr. Die Auswilderung könne aus ökologischer Sicht nur als einen Erfolg bezeichnet werden, wenn der Jungluchs in freier Wildbahn überlebe und sich fortpflanze.

Noch keine grosse Beute gemacht

Um zu wissen, wie der Jungluchs sich durch das Leben schlägt, wurde er mit einem Sender ausgestattet. Gemäss den Aufzeichnungen zeige er ein normales Aktivitätsmuster, teilte die Dienststelle mit. Er erkunde seinen neuen Lebensraum. Der Riss eines grösseren Säugetiers sei ihm aber offenbar noch nicht gelungen.

Wildtierbiologisch wäre eine erfolgreiche Auswilderung des Luchses besonders wertvoll. Das Tier weist nämlich genetische Spuren der Jura-Population auf. Eines der Eltern- oder Grosselterntiere stamme aus dem Jura, heisst es in der Mitteilung. Es sei das erste Mal, dass in der Luchs-Population der Alpen genetische Spuren eines Jura-Luchses festgestellt worden sei.

Quelle: sda

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