«Lueged ned ume, de Luchs goht ume»

Luchsauswilderung verunsichert Luzerner Landwirte

Die Landwirte in Malters LU sind verunsichert. In den letzten Wochen wurde ihr Vieh immer wieder von einem Tier gejagt. Die Tiere verletzten sich bei der Flucht. Laut dem Kanton Luzern handelt es sich beim Tier aber nicht um den Luchs, der erst vor Kurzem ausgewildert wurde. Trotzdem geht in Malters die Angst um.

Am letzten Freitag hatte der Kanton Luzern gemeldet, dass er einen jungen Luchs ausgewildert hat. Bei Landwirten in Malters geht nun die Angst um. In den letzten Wochen wurde ihr Vieh nämlich immer wieder von einem Tier gejagt. 

Mehrere verletzte Kühe

Die Tiere verletzten sich bei der Flucht. Ein Rind wurde zudem auch noch direkt verletzt. Nun lässt der Landwirt Heiri Bacher die Tiere nicht mehr auf die Weide. Er hat Angst, dass sie wieder durchbrennen und auf die Schnellstrasse direkt neben dem Hof flüchten. Ein Dauerzustand kann die Stallhaltung aber nicht sein. Dies würde auch nicht den Bestimmungen für Direktzahlungen entsprechen. 

Landwirte stehen vor einem Rätsel

Immer ist noch nicht klar, welches Tier das Vieh jagt. Laut dem Kantonalen Wildhüter Samuel Schmid kann es unmöglich der Luchs sein. Dieser hat nämlich einen Sender und wird somit überwacht. Alle drei Stunden gibt es ein Signal. Und von den entsprechenden Orten konnte er nicht nach drei Stunden beim betreffenden Hof in Malters sein. Zudem entspricht das Vieh nicht seinem Beuteschema. Auch weiss man, dass er inzwischen ein Reh gerissen hat. Er kann sich also selber durchschlagen.

War es ein Hund?

Der Hofbesitzer Heiri Bacher hat Fotos von Spuren eines Hundes. Laut Samuel Schmid könnte es durchaus sein, dass ein Hund das Vieh aufgescheucht hat. "Der Hund hetzt Tiere und versucht sie so zu reissen, es könnte also gut sein, dass es sich hier um einen Hund handelt", sagt er gegenüber Tele 1 und Radio Pilatus. Bis aber wirklich klar ist, wer oder was die Rinder aufgescheucht hat, bleiben sie vorläufig im Stall.

Ein Rind auf dem Hof in Malters LU hat sich bei der Flucht die Nase verletzt. Ein junger Luchs wurde erst kürzlich in der Region ausgewildert. In der Tierarztpraxis des Tierparks Goldau wird dem narkotisierten Tier das Senderhalsband angepasst. In der Transportkiste wird der Jungluchs die letzten Meter zum Auswilderungsort getragen.

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