23-jährige Frau wegen Kindstötung verurteilt

Die Serbin soll 12 Monate ins Gefängnis - der Rest der Strafe geht auf Bewährung

Das Gericht sprach die Frau schuldig - trotz schwierigen Lebensbedingungen.

Das Luzerner Kriminalgericht hat eine 23-jährige Frau wegen Kindstötung zu einer Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren verurteilt. 12 Monate davon soll sie im Gefängnis absitzen. Die junge Serbin soll vor rund drei Jahren ihre beiden Babys getötet haben. 

Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2015. Die junge Frau gebar alleine, zuhause in der Badewanne ein Kind. Kurz danach nahm sie das Baby in den Keller und wendete Gewalt an, sodass es durch die erlittenen Verletzungen verstarb. Als wäre nichts geschehen, wickelte die Frau das Kind in ein T-Shirt und versteckte es in einem Teddybären, den sie im Keller deponierte. In der darauffolgenden Nacht gebar die heute 23-jährige Serbin den Zwillingsbruder. Dieser starb jedoch kurz vor seiner Entbindung, weil dem Jungen nach der Geburt des ersten Kindes der Sauerstoff fehlte. 

Verteidiger will Urteil weiterziehen

Das Luzerner Kriminalgericht hat die Frau nun zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten verurteilt, aufgrund Kindstötung und Kindstötung durch Unterlassung beim Zweitgeborenen. Davon muss die Frau 12 Monate im Gefängnis absitzen, der Rest der Strafe ist auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Verteidiger will es ans Kantonsgericht weiterziehen. Laut dem Verteidiger bestehe bei der Frau eine schwer verminderte Schuldfähigkeit.

Die junge Frau hatte Angst

Die tragische Lebensgeschichte der Frau sei zu wenig berücksichtig worden. Die Verurteilte hatte während dem Prozess Ende Januar angegeben, dass sie Angst vor der Reaktion der Eltern gehabt habe. Der Vater der Zwillinge verliess die Frau, wollte keine Verantwortung übernehmen, sondern die Abtreibung. 

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