Kantonsgericht wegen "Taxivergewaltiger" in Kritik

Das Frauenstreik Komitee kritisiert die Befragung des Opfers aufs Schärfste

Taxifahrer vor Gericht (Symbolbild)

Das Luzerner Kantonsgericht steht aufgrund der zweiten Verhandlung im Fall «Taxivergewaltiger» in Kritik. In einem offenen Brief kritisiert das Luzerner Frauenstreik Komitee die Befragung der Frau aufs Schärfste. Die damals 18-Jährige wurde auf ihrer Heimfahrt von einem Taxifahrer vergewaltigt.

Der Fall stand vor gut einer Woche zum zweiten Mal vor Gericht. Das Komitee findet es eine Frechheit, wie das Gericht mit dem Opfer umgegangen ist. Manche Fragen seien nämlich so verstanden worden, als ob die Frau mitschuldig an der Vergewaltigung gewesen war. Laut einem Artikel von Zentralplus musste das Opfer über die Länge ihres Rockes und die Tiefe ihres Ausschnitts aussagen. Als die Befragung schliesslich durch war, bekam die Frau wie üblich einen Zeugenlohn von 50 Franken und eine Spesenentschädigung von 40 Franken. Das Gerichtsmitglied, das sie befragt hatte, meinte dann noch:

«Der Betrag wird um zehn Franken aufgerundet, dann reicht es noch für einen Kaffee in diesem herrlichen Luzern.»

Die Fragen seien absolut respektlos gegenüber dem Opfer, heisst es weiter. Während der Täter zudem nur kurz befragt wurde und dabei noch neben seinem Verteidiger sitzen bleiben durfte, musste die Austauschschülerin aus Australien direkt vor das Richtergremium vortreten, kritisiert das Luzerner Frauenstreik Komitee.

Das Luzerner Frauenstreik Komitee verlangt vom Kantonsgericht nun eine Stellungnahme.

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