Mehr Klarheit zu Cannabis in der Schweiz gefordert

Die Polizei will mehr Unterstützung von der Politik und vom Bund

Jugendliche können legal 10 Gramm Cannabis auf sich tragen.

In der Schweiz fühlt sich die Polizei beim Umgang mit Cannabis von der Politik im Stich gelassen. Scharfe Kritik kommt von Max Hofmann, dem Generalsekretär der Polizeibeamten. Die Gesetze in der Schweiz seien schwammig und widersprüchlich.

Die Polizei wünscht sich in Sachen Cannabis-Regelungen mehr Klarheit. Der Generalsekretär der Polizeibeamten Max Hofmann kritisiert in einem Interview mit der Luzerner Zeitung einen Beschluss des Bundesgerichts. Bei diesem wurde entschieden, dass Jugendliche wie auch Erwachsene nicht bestraft werden, wenn sie weniger als 10 Gramm Cannabis auf sich tragen. Hofmann sagt: «Das ist absurd. Bei Alkohol und Tabak ist allen klar, dass es für Minderjährige speziellere Regeln braucht. Ausgerechnet bei Cannabis werden die Minderjährigen nun gleich behandelt wie Erwachsene.»

Weiter wird der Bund für seine Haltung zu geplanten Pilotprojekten zur Cannabis-Legalisierung kritisiert. Der Bund wolle die Pilotprojekte zulassen, stelle aber keinen Franken für die Umsetzung zur Verfügung. In Luzern wurde ein Pilotprojekt zur Cannabis-Legalisierung auf Eis gelegt.

Volksabstimmung könnte Klarheit schaffen

Hoffmann will indes keine weiteren Tests, sondern klare Gesetze zum Umgang mit Cannabis. Braucht es eine kontrollierte Legalisierung? Oder im Gegenteil strengere, aber praxistaugliche Regeln? «Ich frage mich ernsthaft, ob nach elf Jahren eine erneute Volksabstimmung nicht Klarheit schaffen könnte», so Hofmann weiter.

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