Neuer Milchstandard "Swissmilk green"

Schweizer Milch soll unter strengeren Regeln produziert und teurer werden

Wiesenmilch, Heumilch oder Bergmilch. In der Schweiz trinkt man laut Swissmilk im Jahr durchschnittlich etwa 57 Liter Milch pro Kopf. Die Auswahl an verschiedenen Labels ist gross. Und sie wird noch grösser. Wer in nächster Zeit nämlich in einen Laden geht, sieht schon bald das neue Label "Swissmilk green". Mit diesem wollen sich die Schweizer Milchproduzenten von den ausländischen abheben und gleichzeitig nachhaltiger wirtschaften.

Der neue Nachhaltigkeits-Standart soll für die ganze Schweiz gelten und legt insgesamt 12 Punkte fest, die eingehalten werden müssen. Die Hauptpunkte betreffen das Tierwohl und das verfüttern von möglichst viel Raufutter - also Gras. Wenn Kraftfutter gegeben wird, dann dar es nur Soja aus nachhaltiger Produktion enthalten. Dritter Hauptpunkt ist, dass Antibiotika nur noch verabreicht werden soll, wenn es unbedingt nötig ist und nicht mehr wie bis anhin präventiv. Damit sollen Antibiotikaresistenzen in der Humanmedizin verhindert werden. Durch diese Massnahmen wird zwar die produzierte Milchmenge pro Kuh leicht abnehmen. Dies soll aber mit einem leicht höheren Milchpreis von 3 Rappen pro Liter wieder wettgemacht werden. 

Kritik am neuen Standard

Während sich der Verband der Milchproduzenten heute in Bern für diesen neuen Standard feierte, kritisierte der WWF, dass der Standard die Auszeichnung "green" nicht verdiene. Die Milchproduzenten gingen zwar einen kleinen Schritt in Richtung Verbesserung des Tierwohls, schreibt sie in einer Mitteilung. Sie leisteten aber keinen Beitrag zur Reduktion der Nährstoffeinträge, der Ammoniakbelastung oder des hohen Kraftfutterverbrauchs.

Auch die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert das neue Label. Dieses verspreche einen Mehrwert, der nicht vorhanden sei, schreibt sie in einer Mitteilung. Die Anforderungen gingen kaum über die gesetzlichen Standards hinaus. Die in Aussicht gestellte grüne Schweizer Milch entspreche nicht der Realität. Laut BOM-Geschäftsführer Kohler wurde die "Flughöhe" zunächst bewusst tief gehalten, um möglichst viele Partner an Bord holen zu können. Das Niveau soll aber nach und nach angehoben werden. "Wir stehen am Anfang", sagte Kohler. Doch schon heute werde das Tierwohl von mehreren tausend Kühen nachweislich verbessert.

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