Wirbel um die neue Wahlkampagne der SVP

Das Wurm-Plakat geht vielen zu weit

Die neue Wahlkampagne der SVP sorgt für Diskussionen. Die Symbolik des mit Ungeziefer befallenen Apfels wurde in den 30er Jahren von der nationalsozialistischen Propaganda benutzt.

Die Schweiz als Apfel, der ausgehölt wird von Würmern in den Farben der Parteien sowie der EU. Für Dominic Pugatsch, den Leiter der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus, ist das Sujet nicht nur problematisch, sondern auch gefährlich, wie er im Interview mit Tele1 sagt. Kritik kommt auch von Geschichtskennern: Der Luzerner Historiker Jürg Stadelmann sieht das Plakat der SVP als Quelle der aktuellen Zeit an. Es solle beim Adressaten eine bestimmte Wirkung erzielen und sei ein Versuch, mit alten Konzepten wieder Erfolg zu haben.

Diesen erhofft sich die Partei von der Kampagne auch. Die Wähler sollen aufgerüttelt werden, damit sie im Herbst an die Urne gehen, sagt Parteipräsidient der SVP, Albert Rösti, im Interview. Das Potential zum Aufrütteln hat das Plakat sicherlich - ob das aber ausschliesslich im Sinne der SVP geschieht, wie es sich Rösti wünscht, wird sich zeigen. Denn angesichts der breiten Kritik am Sujet könnte die Kampagne am Ende die Wähler auch abschrecken, so der Historiker Stadlemann. Für ihn ist die Kampagne schlicht unschweizerisch.

Die Schweiz als Apfel, der ausgehölt wird von Würmern in den Farben der Parteien sowie der EU.

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