73-jährige Frau in Indien bringt Zwillinge zur Welt

Sie und ihr 80-jähriger Mann wollten schon immer Kinder

Spätes Mutterglück für eine 73-jährige Inderin. Die Frau hat nach Angaben eines Spitals Zwillinge zur Welt gebracht. Für den Arzt ist klar: "Es ist ein medizinisches Wunder».

Die 73-jährige Erramatti Mangayamma wurde durch künstliche Befruchtung schwanger, wie ihr behandelnder Arzt Umashankar Sanakkayala von der Ahalya IVF Klinik in der südindischen Stadt Guntur am Freitag sagte.

Nach der Geburt per Kaiserschnitt am Donnerstag gehe es der Mutter und ihren beiden Töchtern gut. "Ich bin sehr glücklich", sagte die neue Mutter laut der indischen Nachrichtenagentur IANS. Für ihren Arzt ist klar: "Es ist ein medizinisches Wunder - eine Errungenschaft dermodernen Medizin."

Mangayamma und ihr 80 Jahre alter Ehemann waren 57 Jahre verheiratet und wollten schon immer Kinder. Auf natürlichem Wege wurde die Frau aber nie schwanger, bei der künstlichen Befruchtung hingegen gleich beim ersten Versuch, wie der Arzt sagte. "Die Frau war sehr gesund und deshalb hat es geklappt."

Das Paar hätte sich für eine künstliche Befruchtung entschieden, nachdem eine Nachbarin auf diese Weise mit 55 Jahren Mutter geworden sei, hiess es in örtlichen Medienberichten. Wegen ihres hohen Alters, sei sie während der Schwangerschaft in der Klinik geblieben.

Ethisch problematisch
"In diesem Alter ist eine Schwangerschaft nur noch über eine Eizellspende möglich", sagte der Reproduktionsmediziner Georg Döhmen vom Kinderwunschzentrum Niederrhein auf Anfrage. "Der Erfolg der Schwangerschaft hängt hauptsächlich von Qualität und Alter der Eizelle ab."

Eine Eizellspende sei in diesem Alter allerdings ethisch problematisch, etwa aufgrund der kurzen zu erwartenden Lebenszeit der Mutter mit allen Konsequenzen für das Kind. Auch sei eine Schwangerschaft in diesem Alter mit vielen Risiken verbunden.

Bei einer künstlichen Befruchtung werden eine oder mehrere Eizellen ausserhalb des Körpers mit Spermien befruchtet und nach einigen Tagen in die Gebärmutter eingesetzt. Die Frau trägt das Kind selbst aus.

Diese Methode ist für manche Frauen die letzte Hoffnung, die aufgrund ihres Alters, einer Krankheit oder genereller Unfruchtbarkeit keine Kinder bekommen können. In der Schweiz ist die Eizellspende verboten.

Quelle: sda

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