Züge dürfen erst nach Türschliessung fahren

Nach einem tödlichen Unfall im August wurden die Anweisungen für das Zugpersonal geändert

Zukünftig dürfen Züge erst nach der Schliessung aller Türen losfahren.

SBB-Züge mit Türen wie im Einheitswagen IV fahren ab Ende September erst ab, wenn alle Türen geschlossen sind und das Begleitpersonal an Bord ist. Die Bahn hat die Anweisungen nach dem tödlichen Unfall eines Zugbegleiters geändert.

Die Änderung erfolgte in Absprache mit den Sozialpartnern, wie die SBB am Montag mitteilten. Der Entscheid sei unabhängig von der laufenden Untersuchung des tödlichen Unfalls des Zugbegleiters anfangs August gefallen. Der 54-jährige Zugchef wurde bei der Abfahrt aus dem Bahnhof Baden AG von der Türe eingeklemmt, mitgeschleift und tödlich verletzt.

Die Sicherheit der Türen bei den Einheitswagen IV und anderen Fahrzeugen wird nun auf das Niveau moderner Züge erhöht. Das erfordert gemäss SBB "in den kommenden Jahren umfangreiche Arbeiten".

Bis diese abgeschlossen sind, gilt das neue Abfahrtsregime. Bei Zügen, die mit den fraglichen oder ähnlichen Türen ausgerüstet sind, betätigen die Zugbegleiterinnen und -begleiter demnach die zentrale Türschliessung, wenn der Minutenzeiger auf die Abfahrtszeit springt.

Von ausserhalb des Zuges beobachten sie die Türschliessung. Das Zeichen zur Abfahrt geben sie in der Folge erst, nachdem auch sie eingestiegen sind und ihre Einstiegstüre geschlossen haben.

Änderung nur bei älteren Zügen

Die neue Anweisung gilt für alle Re460-Pendelzüge und von Lokomotiven gezogenen Kompositionen. Modernere Züge haben zusätzliche Sicherungen wie etwa Lichtschranken an den Türen. Bei ihnen kommt weiterhin das bisherige Vorgehen zur Anwendung.

Wegen des Unfalls prüfen die SBB den gesamten Einklemmschutz. Dabei traten Mängel zutage. Die Einheitswagen IV verkehren weiter, die SBB unterziehen sie aber einer Sonderkontrolle. Das dürfte ihren Angaben zufolge sechs bis sieben Wochen dauern. Täglich kann die Bahn 15 bis 20 Wagen kontrollieren.

(Quelle sda)

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