Tuberkulose Medikament sei zu teuer

Ärzte ohne Grenzen demonstrieren in Zug gegen Johnson & Johnson

Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. Das sagt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Das Medikament Bedaquilin, welches bei Fällen von multiresistenten Tuberkulose-Erregern zum Einsatz kommt, kostet aktuell mindestens zwei US-Dollar pro Tag. Das können sich rund 80 Prozent der Betroffenen nicht leisten sagt die Hilfsorganisation und demonstrierten am Donnerstag gegen das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson.

Rund 35 Mitglieder der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen versammelten sich am Donnerstagmittag vor dem Gebäude des Pharmaunternehmens Johnson & Johnson um gegen die hohen Preise von Bedaquilin zu demonstrieren.

Das Medikament Bedaquilin wird eingesetzt, wenn eine multiresistente Form der Erkrankung Tuberkulose auftritt, Antibiotika allein also nicht reicht. Mit einem Preis von mindestens zwei Dollar pro Tag und Person können sich das lebensrettende Medikament nicht alle leisten.

Schlimme Nebenwirkungen

«Über 80 Prozent der Patienten und Patientinnen bekommen das Medikament aufgrund hoher Preise nicht» erklärt Lara Dovifat von Ärzte ohne Grenzen. Mit einer Reduktion auf einen Dollar pro Tag will man das nun ändern.

Besonders in Entwicklungsländer müssen Menschen, die an einer multiresistenten Form von Tuberkulose erkrankt sind auf Medikamente ausweichen, die gefährliche Nebenwirkungen haben. Von den schmerzhaften Injektionen zum Beispiel kann man das Gehör oder das Augenlicht verlieren.

Von Johnson & Johnson wollte niemand Rede und Antwort stehen. Sie nahmen schriftlich Stellung zu den Forderungen von Ärzte ohne Grenzen. Die Preise von Bedaquilin seien bereits nicht gewinnorientiert und günstig heisst es in der Stellungsnahme.

Audiofiles

  1. Ärzte ohne Grenzen - Demo gegen Johnson & Johnson. Audio: Mira Weingart
Ärzte ohne grenzen verlangen, dass Bedaquilin für einen Dollar pro Tag erhältlich wird.

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