Hausärzte fühlen sich vergessen

Die Digitalisierung vom Luzerner Kantonsspital führt zu Problemen

Ein papierloses Kantonsspital Luzern - das war die Idee hinter dem elektronischen Programm Lukis. Damit können Daten der Patienten direkt im System erfasst werden. Nun melden sich jedoch externe Hausärzte mit Problemen.

Vor rund einem Monat hat das Kantonsspital Luzern (LUKS) das Programm Lukis in Betrieb genommen. Pfleger und Ärzte des Kantonsspitals schreiben Patientenberichte direkt ins System, wo Hausärzte jederzeit darauf zugreifen können. 

Für die externen Luzerner Hausärzte hat das neue System Folgen: Die Berichte von überwiesenen Patienten kommen nicht mehr automatisch per Mail. Bisher konnten sie einfach eine PDF Datei herunterladen und hatten so einfachen Zugriff auf alle Informationen. Neu müssen die Hausärzte die Dateien selber aus dem Programm heraussuchen. Problem dabei ist, dass die Berichte häufig nicht mit wenigen Klicks zu finden sind und oft auch zu spät ankommen.

Hausärzte fühlen sich vergessen

Der Präsident der kantonalen Ärzte Gesellschaft Luzern, Aldo Kramis, erklärt, man habe dieses Problem bereits früh bemerkt. Bei der Erarbeitung von Lukis sei man aber anscheinend vergessen worden. Das sei auch Marco Rossi aufgefallen. Der Chefarzt für Infektiologie und Spitalhygiene arbeitet eng den Hausärzten im Lukis-Projekt zusammen. Rossi:

«Man hat die Situation unterschätzt und zu wenig Beachtung geschenkt.»

Gemäss Rossi setze man sich nun mit den Hausärzten in Verbindung und versuche, Schritt für Schritt eine Lösung zu finden. Die Verbesserungen im System seien aber nicht einfach umzusetzten. «Es wird ein paar Monate dauern, da es sich um ein Standard-Programm handelt», sagt Xaver Vonlathen, Projektleiter von LUKiS. Nun würde geprüft werden, welche Lösungen ideal für Spital und Hausärzte sei. 

Audiofiles

  1. Probleme mit dem Programm LUKiS. Audio: Mira weingart / Maik Wisler
Mit dem System LUKis werden Patientendaten digital abgespeichert.

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