Viel Kritik zum Nachfolgeprojekt der Spange Nord

An der gestrigen Informationsveranstaltung gab es viele Fragen aus der Bevölkerung

Die PowerPoint Präsentation gab einen detaillierten Einblick in das Projekt. Der Saal war gut gefüllt mit interessierten Luzernerinnen und Luzernern.

Gestern Abend hat die Luzerner Regierung öffentlich über das Nachfolgeprojekt der Spange Nord informiert. Das heisst, es ging um die Variante Anschluss Luzern-Lochhof. Die Infoveranstaltung gab einen Einblick in die Projektschritte und in die Kosten, sowie in die nächsten Schritte. Die Anwohner der betroffenen Quartiere und der Stadt Luzern waren mehrheitlich nicht begeistert vom neuen Vorschlag.

Die Informationsveranstaltung fand im Verkehrshaus statt - kaum ein Sitzplatz im Saal blieb ungenutzt. Es war spürbar, dass die Stadtluzerner gehört werden wollen. Nach einer ausführlichen Erklärung über das Zustandekommen des Projekts und das weitere Vorgehen gab es schliesslich eine offene Fragerunde.

Wie zu erwarten kamen sehr viele Wortmeldungen der Bevölkerung, welche mehrheitlich negativ auf das Projekt bezogen waren. Es wurde mehrfach betont, dass die Regierung nur den Verkehr beachtet, aber nicht die Leute, die um den Verkehr herum wohnen. Zudem sei das Projekt veraltet und somit nicht zeitgemäss. Konkret soll ein Autobahnanschluss Luzern-Lochhof in Betrieb genommen werden. Jedoch nur westseitig mit einer Brücke über die Reuss auf die Kantonsstrasse in der Fluhmühle.

So soll sich die Brücke über die Reuss beim Lochhof dereins präsentieren.

Viel Zeit für Fragen genommen

Alle Fragen und Aussagen wurden angehört und der kantonale Baudirektor Fabian Peter sowie der externe Bauherrenberater und Koordinator der externen Überprüfung, Michel Simon, standen Rede und Antwort. Insbesondere Fabian Peter sagte, dass ihm bewusst sei, dass jeder Vorschlag seine Gegner haben werde. «Bei jedem Projekt gibt es Betroffene. Das lässt sich nun mal leider nicht ändern.»

Vom geplanten Autobahn-Zubringer Spange Nord hat die Regierung vor rund einem Monat Abstand genommen. Die neue Variante sei eine gute Alternativlösung, meint Fabian Peter: «Die Lösung hat einen Mehrwert gegenüber dem Basisausbau. Wenn wir nichts machen würden, sondern beim bestehenden Netz einen Ausbau machen, würde das nichts bringen.»

Parlament entscheidet

Die Bevölkerung hat nun bis am 15. Dezember Zeit, schriftlich Stellung zum Projekt zu nehmen oder Fragen zu stellen. Die Anliegen werden dann von der Regierung beantwortet. Ob das Projekt überhaupt zu Stande kommt ist noch unklar. Diese Entscheidung liegt vorerst beim Luzerner Kantonsparlament.

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