Drei Nüsse für Kim Jong Un

Nordkoreas Machthaber wie im Weihnachtsmärchen

Wer den Film «Drei Nüsse für Aschenbrödl» gesehen hat, dem kommen die Bilder aus Nordkorea irgendwie vertraut vor. Der Prinz und Aschenbrödl auf weissen Pferden im Schnee. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un war aber nicht auf eine Filmparodie aus, sondern hat sich dort «revolutionäre Schlachtfelder» angesehen, melden die staatlichen Nachrichtenagenturen Nordkoreas.

Vor einem wichtigen Parteitreffen hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf dem Rücken eines weissen Pferdes im Schnee auf dem höchsten Berg des Landes ablichten lassen. Zusammen mit kommandierenden Offizieren sei Kim "auf einem edlen Ross über das weite Gebiet des Paektu-Bergzugs geritten", berichteten die staatlichen Medien des abgeschotteten Landes am Mittwoch. Dort habe er sich "revolutionäre Schlachtfelder" angesehen.

Auf einem der dazu veröffentlichten Bilder war neben dem reitenden Kim auch seine Frau Ri Sol Ju auf dem Rücken eines Schimmels zu sehen. Wann genau die Aufnahmen entstanden, war unklar.

Klar ist aber, dass die Bilder viel Ähnlichkeit mit Szenen aus dem Film «Drei Nüsse für Aschenbrödl» haben. In der Nordkorea-Version halt eben mit Kim Jong Un als Prinz und seine Frau in der Rolle von Aschenbrödl. Selbstverständlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, diese Bilder in den passenden musikalischen Rahmen einzubetten.

Es war das zweite Mal binnen zwei Monaten, dass Fotos vom reitenden Kim auf dem schneebedeckten Paektu an der Grenze zu China veröffentlicht wurden. Oft reist Kim vor wichtigen Entscheidungen zum Paektu, der in Nordkorea auch als Symbol der Herrscherfamilie gilt. Zuletzt waren dazu im Oktober Bilder vom reitenden Kim entstanden.

Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA kündigte am Mittwoch ein Treffen des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei für die zweite Dezemberhälfte an. Zweck sei es, über wichtige Angelegenheiten zu entscheiden, die unter anderem mit der veränderten Situation im In- und Ausland zu tun hätten.

In Südkorea wurde spekuliert, dass dabei mit Blick auf die stockenden Verhandlungen mit den USA über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm auch eine Kursänderung besprochen werden könnte. Nordkorea hat die US-Regierung mehrfach aufgefordert, vor Jahresende neue Vorschläge zu machen. Am Dienstag stiess die Führung in Pjöngjang verdeckte Warnungen aus. Das Aussenministerium erklärte, dass es den USA überlassen sei, "zu wählen, welches Weihnachtsgeschenk sie erhalten".

(Quelle: sda)

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