Boeing-Chef tritt zurück

Dennis Muilenburg stand wegen zwei Abstürzen in Kritik

Boeing-Chef Dennis Muilenburg tritt zurück.

Der Chef des US-Luftfahrtriesen Boeing, Dennis Muilenburg, tritt im Zuge der Krise um den Flugzeugtyp 737 Max zurück. Das teilte der Konzern am Montag in Chicago mit.

Zum Nachfolger ernannte Boeing den bisherigen Verwaltungsratschef David Calhoun. Er soll den Vorsitz in der Geschäftsleitung ab dem 13. Januar übernehmen.

Abstürze in Äthiopien und Indonesien

Muilenburg stand wegen seines Krisenmanagements nach den zwei Abstürzen, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, heftig in der Kritik und war bereits länger mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Die 737-Max-Abstürze in Indonesien und Äthiopien haben Boeing in eine tiefe Krise gestürzt.

Sicherheit vernachlässigt?

Der Konzern steht im Verdacht, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing weist dies zwar zurück, hat aber verschiedene Fehler und Pannen eingeräumt.

Im Zentrum der Krise steht das für die 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm MCAS, das laut Untersuchungsberichten eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen gespielt hat. Boeing hatte bereits nach dem Unglück in Indonesien versprochen, die MCAS-Probleme per Software-Update zu beheben. Wenig später kam es zum Absturz in Äthiopien. Das Update hat noch immer keine Zulassung der FAA

Boeing-Aktie gewinnt

Anleger feierten den Abgang von Muilenburg, der seit 2015 Boeing-Chef war. Die Boeing-Aktien legten im frühen Handel fast vier Prozent zu. Luftfahrtanalyst Richard Aboulafia sagte, die Ernennung von Calhoun stabilisiere die Lage, dieser sei aber langfristig wohl nicht der richtige Mann an der Spitze. Boeing brauche einen Technikexperten.

Muilenburg hatte sich trotz der Krise zunächst im Amt halten können. Zwar musste er im Oktober auf seinen Titel als Verwaltungsratschef verzichten, doch kurz darauf verteidigte ihn Calhoun noch. Muilenburg habe "alles richtig gemacht", sagte er.

Kritik an Muilenburg

Doch in den vergangene Wochen nahm die Kritik an Muilenburg weiter zu. Politiker kritisierten, dass Boeing wichtige Informationen unter Verschluss gehalten habe. Fluglinien bemängelten, dass Boeing ihnen immer wieder Hoffnung auf eine baldiges Ende des Startverbots gemacht habe, nur um dann zurückzurudern. Immer wieder mussten sie ihre Flugpläne wegen der fehlenden Maschinen umstellen und ihre Wachstumsziele verschieben.

(Quelle: sda)

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