Unglückspiste in Andermatt galt als gefährlich

Bereits vor dem Lawinen-Niedergang wurde vor der Gefahr gewarnt

Laut Umweltverbänden taugt das Gebiet nicht für den Wintersport.

Die neue Abfahrtspiste im Wintersportgebiet Andermatt-Sedrun, auf der am Stephanstag sechs Skifahrer von einer Lawine verschüttet wurden, galt bereits zuvor als extrem exponiert. Auf die Gefahr haben das Institut für Schnee- und Lawinenforschung sowie Umweltverbände unlängst hingewiesen, wie die «NZZ am Sonntag» und die «SonntagsZeitung» berichten.

Im Bereich der Piste gebe es «mehrere Dutzend potenzielle Lawinenanriss-Gebiete», sagte Mark Schaer vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF). Es sei daher sicher «aussergewöhnlich, wenn eine Piste durch ein solch komplexes Gelände führt». Wegen der vielen Anriss-Gebiete sei auch deren Sicherung durch Lawinen-Sprengungen schwierig, meistens bleibe nur eine komplette Sperre. «Bei der Planung der neuen Skiarena haben die Umweltschutzverbände mehrmals darauf hingewiesen, dass das Gebiet kein Skigebietsgelände ist», erklärte die Geschäftsführerin von Mountain Wilderness, Maren Kern.

Wieder-Eröffnung unklar

Die Piste «Hinter Felli» am Oberalppass führt durch einen südexponierten Hang, der zum Teil über 30 Grad steil ist. Ab dieser Neigung können sich Lawinen auch spontan lösen. Am Donnerstag, 26. Dezember 2019 waren auf der Piste sechs Skifahrer von einer Lawine verschüttet worden, vier konnten sich aus eigener Kraft befreien. Zwei Leichtverletzte wurde in ein Spital gebracht. Die Piste war an diesem Tag zum ersten Mal geöffnet. Sie ist das Herzstück der neuen Skiarena und verbindet die Kantone Uri und Graubünden. Wann sie wieder öffnet, ist unklar. Die Polizei leitete eine Untersuchung ein. Die Betreiber erwägen, als zusätzliche Sicherheitsmassnahme Lawinenverbauungen in den Hang zu bauen.

Quelle: sda

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