Schlüsselfigur will in Spionage-Affäre aussagen

Ex-Geheimdienstchef Peter Regli wäre offen für Anhörung

In der Spionage-Affäre rund um die Zuger Firma Crypto AG will eine Schlüsselfigur aussagen. Gegenüber der Luzerner Zeitung sagte Peter Regli, der ehemalige Chef des Schweizer Nachrichtendienstes, er sei offen für eine Anhörung. Ob und wann es dazu kommt, ist aber unklar. 

Der heute 75-jährige Regli war von 1991 bis 1999 Chef des Schweizer Nachrichtendienstes. Es war damit in seiner Amtszeit, als das erste Mal ein Verdacht gegen die Crypto AG öffentlich wurde. Die Bundespolizei leitete damals eine Untersuchung ein, welche aber wieder versandete. Eine Anhörung Reglis könnte brisante Details ans Licht bringen. Gegenüber der Zeitung sagte er, dass er mit vielem, was in den vergangenen Tagen berichtet worden ist, nicht einverstanden ist. 

Regli nicht vorgeladen

Ob und wann es zu einer Anhörung von Regli durch die Geheimdienstaufsicht kommt, ist aber nicht klar. Bisher habe er keine Vorladung erhalten. Sollte diese aber noch kommen, wolle er kooperieren, so Peter Regli weiter. Anfang März will das Büro des Nationalrats über das weitere Vorgehen der parlamentarischen Untersuchungskommission entscheiden.

Recherchen der "Rundschau" des Schweizer Fernsehens hatten gezeigt, dass die Zuger Firma im Besitz des amerikanischen und deutschen Geheimdienstes gewesen ist und manipulierte Verschlüsselungsgeräte an Staaten in der ganzen Welt verkaufte.

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