Zollbeamte verteilen Flyer an der Grenze

Alles über die neuesten Entwicklungen zum Coronavirus

Aushänge am Zoll von Chiasso über die Präventionskampagne des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gegen die Ausbreitung des Coronavirus COVID-19.

Nach dem Fall im Tessin sind in der Schweiz drei weitere Fälle von Erkrankungen mit dem Coronavirus bestätigt. Es handelt sich um einen Mann aus dem Kanton Genf sowie zwei Personen aus dem Kanton Graubünden.

Flyer und Plakate in vier Sprachen zum Coronavirus: Seit Donnerstagmorgen erhalten Einreisende am Strassenzoll in Chiasso Hygiene- und Verhaltenstipps. Das Informationsmaterial ist gezielt auf Grenzgänger ausgerichtet.

«So schützen wir uns» lautet der Slogan des Informationsmaterials des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zum neuen Coronavirus. In Form von Flyern und Plakaten halten die Unterlagen Einreisende in die Schweiz dazu an, bei Atembeschwerden, Fieber oder Husten zu Hause zu bleiben.

Grössere Menschenansammlungen wie Sportveranstaltungen sollen gemieden werden, heisst es auf dem A5 grossen Flyer.

Daneben gibt das BAG Hygiene-Anweisungen. Auf dem Informationsmaterial weisen drei grosse Signete darauf hin, die Hände gründlich zu waschen, ins Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen und zu husten sowie bei Symptomen das Haus nicht zu verlassen.

Gemäss Informationen der Pressestelle des BAG soll das Informationsmaterial ab Freitagmorgen zusätzlich aktiv an Tessiner Bahnhöfen verteilt werden.

Vier positive Tests

Die Zahl der positiv getesteten Fälle in der Schweiz steige damit auf vier, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einer Mitteilung vom Donnerstagmorgen. Die Behörde informiert nun über die neuesten Entwicklungen zum Coronavirus.

Beim Genfer Fall handelt es sich um einen 28-jährigen Informatiker, der aus Mailand zurückgekehrt ist. Einzelheiten zu den Bündner Fällen waren vorerst nicht bekannt. Die Behörden des Kantons Graubünden wollten ebenfalls am Donnerstagnachmittag weitere Einzelheiten dazu bekannt geben.

Gemäss dem BAG sind alle drei Erkrankten im Spital und dort isoliert. Ihr Gesundheitszustand wird als gut bezeichnet. Nahe Kontakte der Erkrankten seien informiert und unter Quarantäne gestellt worden. Kanton und Bund würden alle Massnahmen zur Prävention einer Übertragung des Virus auf weitere Personen ergreifen. Dazu gehörten die Identifikation möglicher weiterer Kontaktpersonen und deren Überwachung in Quarantäne in den kommenden zwei Wochen.

Keine bestätigten Fälle in Luzern

Im Kanton Luzern gibt es bislang keine bestätigten Coronavirus-Fälle, heisst es in einer Medienmitteilung. Das Gesundheits- und Sozialdepartement würde aktiv kommunizieren, falls ein bestätigte Fall vorliegt.

Der Kanton hat eine Task Force ins Leben gerufen. Diese berate, bespreche und treffe bei einem Ernstfall Massnahmen. Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf sagt: «Die Task Force unter der Leitung von Kantonsarzt Roger Harstall leistet aktuell einen ausserordentlichen Einsatz mit ihrer umsichtigen und kompetenten Arbeit.»

Die Luzerner Gesundheitsbehörden halten ausdrücklich fest, dass es gegenwärtig in der Schweiz keine Coronavirus-Epidemie gebe. Deshalb seien Panikreaktionen fehl am Platz.

Aargauer Fall noch offen

Noch offen war am Donnerstagmittag vorerst, ob sich ein Fall einer Coronavirus-Erkrankung aus dem Kanton Aargau bestätigen würde. Dort war am gestrigen Mittwoch ein erster Test positiv ausgefallen: Die Bestätigung des Referenzlabors der Genfer Universitätsspitals stand allerdings in diesem Fall noch aus.

Mit der steigenden Zahl bestätigter Fälle auf der ganzen Welt und vor allem in Norditalien bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass auch in der Schweiz weitere Infektionsfälle diagnostiziert würden, schreibt das BAG weiter. Die medizinischen Einrichtungen in der Schweiz seien darauf vorbereitet, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und abzuklären sowie weitere Erkrankte zu versorgen.

Genfer Uhrensalon abgesagt

Es ist ein weiterer Nackenschlag für die Schweizer Uhrenindustrie: Der Genfer Uhrensalon «Watches & Wonders» wird in diesem Jahr nicht stattfinden.

Grund dafür ist das sich nun auch in Europa verstärkt ausbreitende Coronavirus. Noch unklar bleibt, ob die "Baselworld" durchgeführt werden kann.

Bereits früh, rund zwei Monate vor dem geplanten Messestart, hat die Veranstalterin des Genfer Uhrensalons "Fondation de la Haute Horlogerie" die Reissleine gezogen. Angesichts der jüngsten Entwicklungen bezüglich der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus sei man zum Schluss gekommen, die Messe abzusagen, teilte die Stiftung am Donnerstag in einem knappen Communiqué mit.

Die Risiken, welche die Reise an dieses Branchentreffen nach Genf für die Besucher, Partner und Journalisten rund um den Globus mit sich bringe, seien zu gross, hiess es weiter. Der Fokus und die Arbeit richte sich nun auf die Ausgabe 2021.

(Quelle: sda)

Kommentieren

comments powered by Disqus