9 Monate Knast für Pyro-Werfer von FCL Match

Vor vier Jahren warf der Mann zwei Sprengkörper auf den Rasen

Der Angeklagte warf 2016 zwei Sprengkörper auf den Rasen. Eine Person zog sich durch den Knall bleibende Hörschäden zu. (Symbolbild)

Ein Fan des FC St. Gallen, der 2016 bei einem Spiel gegen den FCL einen Böller auf den Rasen geworfen hat, muss neun Monate ins Gefängnis. Das Bundesstrafgericht senkte den unbedingten Teil der Freiheitsstrafe.

Das Fussballspiel begann und kurz darauf flogen zwei Böller auf das Spielfeld. Wie die Luzerner Zeitung berichtet, war der erste Sprengkörper ein Blindgänger, der zweite explodierte mit einem lauten Knall. Ein anderer Matchbesucher erlitt deshalb einen bleibenden Hörschaden. Mit Videoaufnahmen konnte der damals 22-jährige Fan des FC St. Gallen identifiziert werden.

Der Fall landete vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona welches den Werfer im August 2017 unter anderem der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, der schweren Körperverletzung sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz schuldig sprach.

Der Ostschweizer wurde zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, wovon er die Hälfte hätte absitzen müssen. Ob und wie lange der Pyro-Werfer ins Gefängnis muss, steht allerdings auch heute – mehr als vier Jahre nach der Tat – noch immer nicht definitiv fest.

Verwerfliches und hinterhältiges Verhalten

Die Verteidigerin des Angeklagten möchte ihn vor dem Gefängnis bewahren. Sie zog das Urteil vors Bundesgericht und bekam dort teilweise recht. Die oberste Instanz verlangte Korrekturen. Die Strafe wurde daher letzten Sommer auf 30 Monate verkürzt, ein Jahr hätte er absitzen müssen.

Auch das reichte dem Ostschweizer noch nicht und beantragte vor dem Bundesstrafgericht eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten bedingt. Heute wurde nun das Urteil veröffentlicht, einen Teil wird er nun absitzen müssen.

Die Bundesstrafrichter bezeichneten sein Verhalten als verwerflich und hinterhältig und hielten die 30 Monate für gerechtfertigt. Die Berufung des Fans zeigte aber trotzdem Erfolg: Er muss nun nur neun statt zwölf Monate ins Gefängnis.

Nur Freizeit hinter Gitter

Weil der unbedingte Teil der Freiheitsstrafe unter 12 Monaten liegt, könnte er Halbgefangenschaft beantragen und somit «grundsätzlich weiterhin am Erwerbsleben teilnehmen», wie es im Urteil heisst. Sollte sein Gesuch bewilligt werden, müsste er nur seine Freizeit hinter Gittern verbringen, für die Arbeit dürfte er das Gefängnis jeweils verlassen.

Ob es bei dieser Strafe bleibt, ist offen: Der Entscheid kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

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