Am ersten Tag herrschte überall Sonntagsstimmung

Wie ist die Schweiz in den Notstand gestartet?

Der Bundesrat hat entschieden: In der Schweiz gilt wegen des Coronavirus ab sofort die ausserordentliche Lage gemäss Epidemiengesetz. Das heisst, alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe werden ab Mitternacht bis am Sonntag, 19. April 2020 geschlossen.

Das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 macht am ersten Tag des Notstandes eine Sondersendung. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen von Tele Züri, Tele M1, Tele Bärn und TVO wird der Start der Schweiz in das neue Regime beleuchtet. Um 12 Uhr gibt es verschiedene Beiträge zum Notstand sowie Schaltungen in die Regionen und ein Update zur Lage.

Sonntagsstimmung in den Städten

Zürich, Luzern oder St. Gallen – überall die gleichen Szenen. Es wird geflüstert und Abstand gehalten. Die Städte geben ein gespenstisches Bild ab – fast wie an einem Sonntag. Die Läden sind verriegelt, einzelne Bäcker und Konditoren oder Take-aways bleiben offen.

Auch die grossen Einkaufszentren spüren die Massnahmen. Im Shoppi Tivoli geistern nur wenige Besucher. «Es ist ein komisches Gefühl. Von 150 Läden bleiben nur zehn offen», sagt der Geschäftsleiter Patrick Stäuble.

Keine Hamsterkäufe

Lebensmittelläden bleiben offen, auch vor der Apotheke versammeln sich einige Menschen. Aber nur eine Person darf die Apotheke betreten, während die anderen vor dem Eingang warten.

Bei der Lidl-Filiale ist der Ansturm gross, aber «das sind keine Hamsterkäufe», versichert Patrick Stäuble. Alle anderen Geschäfte haben auf Frühlingsverkauf umgestellt. Die Waren sind eingetroffen und verweilen hinter Gittern. Stäuble pocht auf die Hilfe des Bundes.

Ruhe und Platz am Bahnhof Luzern

Die Anweisungen des Bundes, den öffentlichen Verkehr zu meiden, haben das Gedränge am Bahnhof Luzern unterbunden. Die Pendler haben Platz und Ruhe – es fühlt sich an wie ein Sonntagmorgen. Es fühle sich schon merkwürdig an, sagen die Pendler. Aber man halte sich an die Regeln des Bundes.

Politiker halten zusammen

Auch in der Politik würden alle am gleichen Strick ziehen. Links und rechts setzt sich für Solidarität ein. «Parteipolitik hat jetzt keinen Platz», sagt SVP-Präsident Albert Rösti.

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