Läden dürfen am Seppitag öffnen

Zudem prüfen die Kantone Schwyz und Uri weitere Massnahmen für die Wirtschaft

Im Kanton Schwyz sollen die Läden auch am Josefstag geöffnet sein. (Archivbild)

Trotz des Kantonalen Feiertags vom nächsten Donnerstag dürfen Schwyzer Geschäfte, die Lebensmittel und Gegenstände für den täglichen Bedarf anbieten, am Seppitag öffnen. Die Regierung macht wegen des Coronavirus eine Ausnahme.

Die Öffnung des Geschäfts sei freiwillig, teilte das Schwyzer Volkswirtschaftsdepartement am Dienstag mit. Die Läden dürften einmalig und ausnahmsweise am Seppitag vom 19. März ihre Türen öffnen. Der Seppitag ist im Kanton Schwyz ein Feiertag, der den Sonntagen im Sinne des Arbeitsgesetzes gleichgestellt ist.

Für Arbeit an Feiertagen sieht das Arbeitsgesetz einen Lohnzuschlag von mindestens 50 Prozent vor. Am Seppitag gilt grundsätzlich ein Verbot der Sonntagsarbeit. Ausnahmen von diesem Verbot können bewilligt werden, wenn ein dringendes Bedürfnis nachgewiesen wird und die Sonntagsarbeit vorübergehenden Charakter hat.

Öffnung soll grössere Menschenansammlungen verhindern

Die Schliessung der Lebensmittelläden am Seppitag würde in der aktuellen Coronasituation dazu führen, dass die Kunden gedrängt am Mittwoch und Freitag diese Geschäfte aufsuchen würden, um ihre Besorgungen zu erledigen. Das würde zu grösseren Menschenansammlungen führen, die es unbedingt zu vermeiden gelte, begründete die Regierung die Ausnahmebewilligung.

Hinzu komme, dass die Versorgungssicherheit der Bevölkerung oberste Priorität habe, insbesondere da alle Restaurants und Märkte bis am 19. April geschlossen sein müssten.

Über den Status des Seppitag im Kanton Schwyz hatte es in der Vergangenheit politische Diskussionen gegeben. Eine Motion der FDP, die den Tag zu einem Ruhetag herabstufen wollte, wurde 2018 im Parlament abgelehnt.

Signal an Unternehmen

Die Regierung will in der aktuellen Krise die Schwyzer Wirtschaft unterstützen. Im Vordergrund stehe dabei eine effiziente und unbürokratische Abwicklung der Kurzarbeitsentschädigung, wie das Volkswirtschaftsdepartement mitteilte. Das Amt für Arbeit konzentriere seine Kräfte darauf, innert kurzer Frist die über 100 Anträge für Kurzarbeitsentschädigung zu bearbeiten.

Die Kurzarbeit soll vorübergehende Beschäftigungseinbrüche ausgleichen und die Arbeitsplätze erhalten. Sie wird über die Arbeitslosenversicherung finanziert.

Verschiedene Massnahmen werden geprüft

Den KMU mit finanziellen Engpässen stellt der Bundesrat ab sofort bis zu 580 Millionen Franken an verbürgten Bankkrediten zur Verfügung. Die Schwyzer Regierung prüfe, dieses Instrumentarium verstärkt mitzuunterstützen. Zudem wolle er besonders betroffene Unternehmen im Sinne einer Liquiditätsüberbrückungen unterstützen. Man arbeite mögliche Instrumente und Modalitäten aus.

Gleichzeitig erwarte die Regierung, dass auch die Geschäftsbanken mithelfen, Liquiditätsengpässe ihrer Kunden entgegenkommend zu überbrücken. Man prüfe auch, wie die öffentliche Hand die Wirtschaft mit längeren Zahlungsfristen und erleichterten Zahlungsbedingungen bei den Steuern und Gebühren entlasten könne.

Der Kanton Uri hat Massnahmen im Rahmen der «ausserordentlichen Lage» ergriffen. (Archivbild)

Als Reaktion auf die Massnahmen des Bundes zur Bekämpfung des Coronavirus hat die Urner Regierung die «ausserordentliche Lage» ausgerufen und den kantonalen Führungsstab eingesetzt. Zur Unterstützung der Wirtschaft stellt er 1,1 Millionen Franken zur Verfügung.

Der Führungsstab führt die Arbeit des bisherigen Sonderstabs Coronavirus weiter, wie der Regierungsrat am Dienstag mitteilte. Die Bevölkerung kann sich für Fragen und Meldungen an ihn wenden. Erreichbar ist der Führungsstab während den Bürozeiten unter 041 875 24 63. Für allgemeine Fragen zum Virus bleibt das Bundesamt für Gesundheit Anlaufstelle.

Versorgung sichergestellt

Der Regierungsrat habe die Festlegung der «ausserordentlichen Lage» im Einklang mit den am Montag vom Bundesrat ergriffenen Massnahmen beschlossen, teilte er mit. Die Lage in Uri sei stabil und derzeit noch überschaubar. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs sei sichergestellt.

Am 19. März, dem Seppitag, dürfen die Lebensmittelläden auf Gesuch hin in Uri offen haben. Damit soll ein Andrang vor und nach dem Feiertag verhindert werden.

Intensivere Kontrollen auf A2

Intensiver überwacht wird im Kanton Uri der Transitverkehr auf der Nord-Süd-Achse. Um die nötigen zusätzlichen Einsatzkräfte freispielen zu können, würden die ordentlichen Kontrollen im Schwerverkehrszentrum auf ein Minimum zurückgefahren, teilte die Regierung mit.

Soforthilfe für die Wirtschaft

Die Kantonsregierung sprach ferner 1,1 Millionen Franken zur Stützung der Wirtschaft. Es geht dabei um Soforthilfen und Überbrückungskredite. Die Mittel werden aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds entnommen. Zur Unterstützung soll eine Taskforce Wirtschaft eingesetzt werden.

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