Überstunden wegen Hamsterkäufen

Bei der Migros-Betriebszentrale Luzern schieben Mitarbeiter Extra-Schichten

Die Schweizer Supermärkte bleiben auch im Notstand offen. Obwohl man wie gewohnt einkaufen kann, machen viele Menschen Hamsterkäufe. Dies stellt Detailhändler wie die Migros vor grosse Herausforderungen.

Bei der Betriebszentrale der Migros in Dierikon läuft der Betrieb auf Hochtouren. Es werden Überstunden und zusätzliche Schichten am Wochenende geschoben. Grund sind die Hamsterkäufe, welche von der aktuellen Coronavirus-Notlage ausgelöst wurden. Laut dem Marketing-Leiter der Migros Luzern Marcel Singer wird auf eine spezielle Personalplanung zurückgegriffen: «Wir haben einen internen Personalpool. Dabei ziehen wir Leute aus anderen Abteilungen ab, die momentan weniger stark ausgelastet sind.» Besonders stark nachgefragt sind unter anderem Reis und Teigwaren. Bei diesen Produkten braucht es momentan die doppelte Ladung. Bei weniger lang haltbaren Produkten wie Gemüse, Eier und Früchten wird rund ein Viertel mehr geliefert.

Damit die Regale nicht leergeräumt werden, kaum sind sie aufgefüllt, dafür hat sich auch der Bundesrat stark gemacht. An der Notstands-Medienkonferenz am Montag sagte Gesundheitsminister Alain Berset: «Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ist sichergestellt. Es ist nicht nötig, Notvorräte anzulegen.» Trotz aller Hinweise wird in den Läden gehamstert, was das Zeug hält. Bei den Detailhändlern hat man zwar Verständnis für die ausserordentliche Lage. Es sei nun aber wichtig, dass die Einkäufe so alltäglich wie möglich gemacht werden. Panikeinkäufe sind hier fehl am Platz.

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